Donnerstag, 19. November 2015
der ganz normale Wahnsinn
Liebe Freunde,

nun sind wir also ein paar Monate hier, haben uns ein wenig eingelebt und die Kinder konnten den Schulalltag ausführlich genießen.
Da ich nur Hausfrau bin, leide ich natürlich mit den Kindern. Schließlich ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Laden läuft. Der Laden läuft aber nicht... hmmm
Hier ist eine 2 sehr sehr mäßig, eine 3 ist grottenschlecht. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie wir hier ankommen. Der Ältere hat auch noch das Problem, in einer Klasse mit lauter Genies/ Strebern zu sitzen (gelle, Laura)... da fällt er nur negativ auf. Das ist kein Spass hier.
Obwohl wir gar nicht so schlecht sind. Immerhin ist die am häufigsten vorkommende Note eine 3, damit habe ich kein Problem. Schade, wenn man mit seiner Meinung alleine steht.
Warum muss denn jedes Kind 1er und 2er schreiben? Das ist doch unnatürlich... Und die Stärken eines Menschen werden auch nicht dadurch gefördert, dass man krampfhaft versucht, seine Schwächen auch noch zu übertünchen. Jeder hat einfach seine Talente anders verteilt. Aber diese Ansicht hat noch in kein Schulsystem gepasst.
Und im Endeffekt ist es nur gerecht. Ich war früher ein Chaot vor dem Herrn, meine Eltern mussten sich auch jeden erdenklichen Mist anhören lassen, den ich in der Schule verbockt habe. Schade, dass ich jetzt auf der Elternseite sitze....
Aber wie war das? Hinfallen darf, liegenbleiben nicht.

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Samstag, 31. Oktober 2015
ein Zwischenfazit
Hallo Ihr Lieben,

nach nun fast 3 Monaten in der Ferne wollte ich ein kleines Zwischenfazit ziehen. Was ist hier besser, was ist daheim besser. Meine vorläufige Aufstellung

daheim besser ++++:
1. Familie (Oma, Opa, Omi, Brüder, Schwester, Neffen und Nichten) - hier sind wir nur Kleinfamilie
2. Freunde - wir vermissen Euch! (insbesondere Annette, Raffi, Simon, Georg und Marius und meine Arbeitskolleginnen)
3. unsere Unterkunft mit Garten, Bädern mit Fenstern, Küche mit Elektroherd, vielen Steckdosen im ganzen Haus...
4. eine eigene Arbeit, denn die bedeutet ein eigenständiges Einkommen
5. Kloßteig im Supermarkt, eigene Äpfel, selbstgemachte Marmelade, eigener Hollersirup
6. Die Landwirtschaft vor der Nase
7. der Kartoffelbauer um die Ecke!
8. die günstigen Preise.
9. Die Freiheit der Bewegung, wenn man Strassenschilder lesen kann, den Strassenverkehr kennt und mit den Menschen kommunizieren kann


hier besser -----:
1. Schule ist 10 min fußläufig, dh die Kinder müssen 15 Min vor Schulanfang aus dem Haus
2. keine Sommer- oder Winterzeit
3. tolle ÖPNV Verbindungen in alle Richtungen
4. Reiskocher
5. Den Wert einer Sache schätzt man oft erst dann richtig ein, wenn man sie nicht mehr hat.
6. neue Kochideen
7. was man mit dem Internet alles machen kann. Die Koreaner sind hier wirklich mit Apps und Co weiter als wir in DE. Hut ab.
8. kein Diebstahl... das ist wirklich lässig, wie die Menschen hier scheinbar ohne Habgier leben
9. dass ich in 2,7 Jahren wieder heim darf.

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Freitag, 30. Oktober 2015
Namhae
In den Ferien waren die Kinder und ich ohne Christoph auf der Insel Namhae. Ganz im Süden Koreas gelegen!

kleinste Terrassen überall, weil die Insel nur hügelig ist
Wir hatten eine kleines Hotelzimmer, das aber eher eine Fewo war.


blick von 500 m runter aufs Meer

blaue Dächer auf der Namhae
Wir hatten Zimmer mit Frühstück gebucht und waren sehr gespannt, wie das Frühstück ausfällt - Koreaner essen kein Frühstück in unserem Sinne, sondern morgens einfach die Reste vom Vortag - also Fisch, Kimbap und Co. Nix für Europäer.

Aber die Besitzerin, eine ca. 70 jährige Koreanerin, machte uns ein leckeres Frühstück mit Toastbrot (was anderes gibt es hier eh nicht), Marmelade, Butter, sogar echter Nutella ...
einmal auf der Terrasse gefrühstückt
Am Wochenende waren Sohn und Enkel da, der Enkel war wohl ca. 9 Jahre alt wie Andi. Andi hätte sich nicht getraut, ihn anzusprechen, aber Johannes ist da wesentlich mutiger, ging zu ihm und gestikulierte, was er mit ihm spielen wollte. Dann traute sich auch Andi aus seiner Defensive und hatte grossen Gefallen an dem Jungen und an dem Hund.





Von unserem Zimmer aus hatten wir einen perfekten Blick aufs Meer, war das schön. Ich hätte es nicht geglaubt, aber diese ruhige, erhabene und schöne Landschaft tat meiner Seele gut.
Allein die Kinder maulen bei allem, was ihnen nicht gefällt, das nervt mich auf Dauer ganz dramatisch. Ich meine, ich maule doch auch nicht, wenn ich ihre Sachen mitmache.
Auf Namhae gibt es ein deutsche Dorf, in dem tatsächlich Ex-Deutsche leben und dort echte deutsche Häuser gebaut haben. Toll und mein höchster Respekt für diese Leistung, das Zeug muss alles mühselig importiert werden - von den Frachtkosten ganz zu schweigen.
2 Schweinshaxn im deutschen Dorf für 65 Euro - aber sie haben lecker geschmeckt.
cafe kranzler im deutschen Dorf - der Name allein war toll, der Kaffee übel

Schön waren die Tage.

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